Definitionen verwendeter Begriffe

Transparenz zum Thema eFuels

Auf dieser Seite erläutern wir zentrale Begriffe rund um eFuels, MtG und die Bewertung von Treibhausgasemissionen. Konkrete Produkt- und Umweltangaben werden jeweils dort eingeordnet, wo sie verwendet werden.
Was sind eFuels und wie unterscheiden sie sich von fossilen Kraftstoffen?

eFuels („electricity-based fuels“) sind synthetische Kraft- und Brennstoffe, deren Herstellung auf elektrischer Energie beruht. Für kohlenstoffhaltige eFuels werden Wasserstoff und eine Kohlenstoffquelle benötigt. Die Eignung eines konkreten Kraftstoffs für Fahrzeuge und Infrastruktur richtet sich nach dessen Spezifikation und den jeweiligen Herstellerfreigaben.

Auch bei der Verbrennung von eFuels entsteht CO₂. Die Herkunft des Kohlenstoffs allein bestimmt nicht die gesamte Klimawirkung. Dafür muss die jeweilige Lieferkette über den Lebenszyklus betrachtet werden.
Wie werden eFuels hergestellt?

Bei Power-to-Liquid-Prozessen wird zunächst mithilfe elektrischer Energie Wasserstoff erzeugt. Über weitere Synthese- und Verarbeitungsschritte können daraus flüssige Kraftstoffe entstehen.

Bei der geplanten GEF1-Anlage ist Methanol der unmittelbare Einsatzstoff. Es soll mittels Methanol-to-Gasoline (MtG) zu synthetischem Ottokraftstoff weiterverarbeitet werden. Die Herstellung des eingesetzten Methanols liegt in der vorgelagerten Lieferkette und ist Teil der Bewertung der Treibhausgasbilanz.
Kohlenstoffherkunft und Treibhausgasbilanz sind nicht dasselbe

Auch bei der Verbrennung von eFuels entsteht CO₂. Der Unterschied liegt in der Herkunft des Kohlenstoffs. Die Kohlenstoffherkunft allein bestimmt jedoch nicht die gesamte Klimawirkung; für die Lifecycle-THG-Bilanz sind u. a. Energie, Vorprodukte, Produktion, Transport und Distribution relevant.

Eine C14-Analyse betrifft die Kohlenstoffherkunft der untersuchten Probe. Sie ist kein eigenständiger Nachweis für eine prozentuale Treibhausgasminderung über den Lebenszyklus.
Studien und modellierte Szenarien

Ergebnisse einer Lebenszyklusanalyse gelten für die jeweils untersuchten Produkte, Systemgrenzen, Vergleichswerte und Szenarioannahmen. Ein modelliertes Szenario ist keine Aussage zur tatsächlichen Treibhausgasbilanz eines künftigen GEF1-Produkts.

Für konkrete Minderungsquoten sind die genaue Fundstelle, die Bezugsgröße und die Annahmen der jeweiligen Untersuchung erforderlich.
Weiterführende Literatur: GHG Saving Potential of E-fuels

Zur Originalveröffentlichung

Eine Übertragung einzelner Studienwerte auf das geplante GEF1-Produkt ist damit nicht verbunden.
Ökobilanzen im Projekt reFuels – Kraftstoffe neu denken

Forschungsbericht von Manuel Andresh, Andreas Patyk, Martina Haase, Olaf Toedter und Philipp Weber, Karlsruher Institut für Technologie, 2021.

Originalveröffentlichung beim KIT, DOI: 10.5445/IR/1000141494

Die Publikation ist kein produktspezifischer Nachweis für die künftige GEF1-Produktion.
Wie hoch ist der Schadstoffausstoß von eFuels?

Schadstoffemissionen müssen für den konkreten Kraftstoff, das Fahrzeug beziehungsweise den Motor und die jeweiligen Prüfbedingungen bewertet werden. Einzelne Messergebnisse lassen sich nicht pauschal auf alle synthetischen Kraftstoffe oder den gesamten Fahrzeugbestand übertragen.

Abgasemissionen wie Stickoxide und Partikel sind außerdem von der Treibhausgasbilanz über den gesamten Lebenszyklus zu unterscheiden.
Fahrzeugtests gesondert betrachten

Der ADAC beschreibt Tests mit konkreten Fahrzeugen und Kraftstoffen. Solche Ergebnisse beziehen sich auf die jeweiligen Testbedingungen und sind kein allgemeiner Nachweis für die Eignung oder Umweltwirkung des künftigen GEF1-Produkts.

Zur Darstellung der Fahrzeugtests beim ADAC
Häufig gestellte Fragen zur Treibhausgasbilanz von eFuels

Welche Rolle spielt die Effizienz?
Die Herstellung synthetischer Kraftstoffe benötigt mehrere Umwandlungsschritte und mehr elektrische Energie als direkte Stromnutzung. Für die Bewertung sind jedoch auch Einsatzgebiet, Energiedichte, Infrastruktur und Bestandsanwendungen relevant; die THG-Bilanz hängt zusätzlich von Energieherkunft und Lieferkette ab.

Welche Rolle spielen Transport und Distribution?
Die dabei entstehenden Emissionen gehören zur Lebenszyklusbetrachtung. Transportwege, Verkehrsmittel, Lagerung und Verteilung müssen für die konkrete Lieferkette berücksichtigt werden.

Welche Rolle spielt die Stromversorgung?
Die Herkunft und Treibhausgasintensität der eingesetzten Energie beeinflussen die Gesamtbilanz. Auch bei einer geplanten Versorgung mit erneuerbarem Strom sind konkrete Liefer- und Nachweismodelle erforderlich.
Fazit und Ausblick

Synthetische Kraftstoffe sind für konkrete Anwendungen und Lieferketten zu bewerten. Kohlenstoffherkunft, Kraftstoffqualität, Fahrzeugeignung, Abgasemissionen und Treibhausgasbilanz sind unterschiedliche Prüffragen. GEF1 entwickelt eine MtG-Anlage; Aussagen über das künftige Produkt müssen dessen tatsächliche Rohstoffe, Energieversorgung und Produktionsbedingungen berücksichtigen.